Kirche St. Erhard Attaching

Die älteste Kirche wird in Attaching wahrscheinlich im 13.Jahrhundert erbaut worden sein, worüber jedoch keine Urkunden vorliegen. Die früheste Angabe stammt von 01.12.1472. In einer Verkaufsurkunde heißt es: „...die Simon Schwaige von Linhart Welfinger ererbt hat und vor dem Kirchenhof liegt..“. Weiter heißt es darin: „..und Herr Süß hat für die Kirche St. Erhard zu Attaching gekauft“. Die heutige Kirche wurde unter dem Fürstbischof Johann Franz Ecker von Kapfing, auf den in Freising viele Kunstwerke zurückführen, von Schülern der Gebrüder Asam erbaut und und am 22.Mai 1718 dem Hl. Erhard geweiht. Den Grundriss der Kirche bildet ein Rechteck, an das sich im Osten eine Apsis anschließt, die den Altar und das Chorgestühle birgt. Am Westende erhebt sich der ca. 26m hohe Turm, dessen quadratischer Grundriss über dem Schiff in ein achteckige Säule übergeht und in einem vergoldeten Eisenkreuz überragt wird. Unter dem Turm befindet sich der Eingang, die angebaute Sakristei und der Aufgang zum „Chor“, wie die Empore im Volksmund genant wird. Die Außenmauer der Kirche sind sehr ein einfache und gelbe getüncht. Die einzigen Unterbrechungen der kahlen wände bilden die hohen Fenster an der Längsseite, die durch ein Eisengitter in je 42 kleine Quadrate aufgeteilt sind. Außerdem hängt außen an der Apsis im Osten ein Kreuz und an der Südseite sind mehrere Gedenktafeln an gebracht. Diese tafeln erinnern meist an gefallene Krieger des ersten Weltkrieges und bestehen and hellgrauen Marmor. Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient eine weitere Grabplatte aus Rotmarmor mit der Jahreszahl 1748. In der verwitterten Inschriften ist in Gedichtsform ein Gedenken an einen gewissen Valentin Wagner zu lesen. Das spitze Giebeldach des Schiffes ist mit rötlichem Schiefer bedeckt und der Turm, dessen kahle Wände von den Schalluken und den Uhren aufgelockert sind, endet in einem pyramidenförmigen Blechdach. Im Turm befinden sich 4 Glocken. Im Krieg wurden 2 dieser Glocken abgenommen. 1952 fand die feierliche Weihe von 2 neuen Glocken statt, wovon eine dem Hl. Erhard geweiht ist. Die letzten Außen- und Innenrenovierungen wurden im Jahre 1972 vorgenommen. Seitdem erstrahlt unsere Kirche wieder in seiner ursprünglicher Pracht und Schönheit.

Der neue Friedhof

Am 31. Oktober 1999 wurde als „Zeichen und Zeugnis unseres Glaubens“ von Stadtpfarrer F.X.Huber unser neuer Friedhof gesegnet. Damit ist ein lang gehegter Wunsch endlich in Erfüllung gegangen. Stadtpfarrer Huber sagte, dass nun kein Einwohner mehr Angst haben müsse, nicht in Attaching bestattet werden zu können und betonte, die nun geschaffene Möglichkeit „die Verstorbenen in Dankbarkeit und Ehrerbietung würdig zu begraben zu können“. Die Bezeichnung „Gottesacker“ sei Ausdruck dafür, dass Gott die Hand über die hier Bestatteten halt, dass „keiner verloren gehen wird“. „Wir Christen wissen um die Auferstehung“ betonte unser Stadtpfarrer im Zusammenhang mit einer Stelle aus dem Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Oberbürgermeister Dieter Thalhammer betonte, dass mit der Friedhofserweiterung und der Installation der Kirchturmbeleuchtung ein „abgerundetes Bild“ entstanden ist. Die Dorfgeschichte ist damit fort- und ein Stück weiter festgeschrieben worden. Anfang 1995 sei zum ersten Mal an den Stadtrat der Wunsch nach der dringend benötigten Erweiterung herangetragen worden. Lange und schwierige Grundstückesverhandlungen haben im Februar 1996 die Zustimmung des Hauptausschusses möglich gemacht, die Genehmigung sei im Juni 1998 erfolgt. Im April 1999 wurden die Bauarbeiten mit der Geländeanhebung begonnen. Auf rund 1200 qm können nun 36 Familien- und 12 Einzelgräber sowie 18 Urnenplätze untergebracht werden. Kirchenverwaltungsmitglied Helmut Plötz bedankte sich bei der Stadt Freising speziell bei Oberbürgermeister Dieter Tahlhammer für die unbürokratische und schnelle Entscheidung bei der Verwirklichung dieses Projekts. Es war nicht immer einfach, aber unser Oberbürgermeister hat immer ein offenes Ohr für die Belangen unserer Filialgemeinde. Auch unserem Stadtpfarrer ein herzliches „Vergelts Gott“, der sich kräftig eingesetzt hat, dass die Kirche das andere Teilgrundstück gekauft hat. Man kann nur lobend hervorheben, dass Kirche und Stadt bei diesem Vorhaben gemeinsam an einem Strang gezogen haben. Der neue Friedhof wird jetzt der Kirche überlassen, die auch die Verwaltung übernimmt.

Kirchenrenovierung 2001

Die Kirchenverwaltung beschloss Anfang des Jahres 2000 die Kirche innen zu entstauben. Daraufhin wurde ein Kostenvoranschlag vom Kirchmaler Böck aus Langenbach eingeholt, der sich auf 16.212,16 DM belief. Nach längerer Wartezeit begann man dann am 14.Mai 2001 mit der Renovierung. Zuerst mussten sämtliche Wände abgewaschen und vom schmutz befreit werden. Anschließend wurde die Kirche ganz eingerüstet. Erst jetzt kamen die großen Schäden in Form von starken Rissen zum Vorschein. An eine Entstaubung der Kirche, wie geplant, war nicht mehr zu denken. Die risse in der decke, an den Fenstern und an den Wänden mussten geöffnet werden und dann nach einem speziellen Verfahren verpresst werden. Auch das Baureferat der Erzdiözese sowie der Denkmalschutz inspizierte vor Ort das Ausmaß der Schäden. Nun begannen die Malerarbeiten von Stuck und Wänden. Während dieser zeit feierten wir den Gottesdienst vor der Kirche im Freien, wobei zum Glück immer schönes Wetter war. Vor Pfingsten wurde das Gerüst im Kirchenschiff abgebaut und wir konnten somit wieder das hl. Messopfer in der Kirche feiern. Das verbleibende Gerüst am Hochaltar konnte am 20.Juni 2001 entfernt werden. Nach dem reinigen sämtlicher Altäre begonnen. Am 27.Juli 2001 fanden die Renovierungsarbeiten ihren endgültigen Abschluss. Jetzt erstrahlt unsere Kirche wieder in hellem Glanze und wir alle dürfen stolz sein auf die gelungene Arbeit. die finanziellen Kosten sind jedoch auf 45.000 DM angestiegen, das sind weit mehr als geplant war. Am 15. Juli 2001 feierten wir das Ende der Renovierungsarbeiten mit einen Festgottesdienst und anschließend gab es einen kleinen Umtrunk.